EP: Herr Dr. Kretzschmar, in Ihrer Klinik am Kröpcke haben Sie seit zwei Jahrzehnten umfangreiche Erfahrungen im Bereich der kosmetischen Chirurgie gesammelt. Steigt oder sinkt die Nachfrage nach der maßgeschneiderten Schönheit?
Dr. Clemens Kretzschmar: Es geht zumeist nicht um das perfekte Äußere. Viele Menschen fühlen sich einfach unwohl, wenn sie Unstimmigkeiten an ihrem Körper empfinden. Darunter leidet das Selbstwertgefühl, was wiederum starke psyschische Probleme hervorrufen kann. Dieser Kreis läßt sich mit Hilfe der kosmetischen Chirurgie durchbrechen. Der Körper wird wieder gezielt in Form gebracht - gleich ob mit Bauchdecken-, Oberschenkel- oder Postraffung, Fettabsaugung oder Brustvergrößerung. All diese Möglichkeiten erfreuen sich großer Nachfrage, dank des geringen Risikos.
EP: Sind es nur junge Frauen, die hier Chancen für sich erkennen?
Dr. Clemens Kretzschmar: Nein, zu 20 Prozent bereits auch Männer, haupsächlich für Fettabsaugungen oder wegen der verweiblichten Männerbrust. Das zahlt oft sogar die Krankenkasse. Ansonsten sind es Frauen jeden Alters, zumeist jedoch zwischen 30 und 40, die sich den Eingriff leisten können und wollen, um sich im wahrsten Sinne des Wortes wieder in ihrer Haut wohlzufühlen.
EP: Woran erkennt ein Patient den Fachmann für kosmetische Chirurgie?
Dr. Clemens Kretzschmar: Am gründlichen Aufklärungsgespräch lange vor dem OP-Termin, zu dem auch die Ansicht von Vorher- Nachher-Fotobeispielen und Informationen über den aktuellen Stand der Technik gehören sollten. Denn ein gutes Ergebnis erfordert auch gutes Material. Das reicht von Spezial-BH's nach Brust-OP's über den Gebrauch Körpereigenen Fettes bis hin zum modernen PAL-Liposuctionsverfahren, wo das Fettgewebe mittels einer dünnen vibrierenden Kanüle gewebeschonend und extrem sicher aus dem Körper gesaugt wird.