Übermäßiges Schwitzen



Grundsätzliches zum Thema übermäßiges Schwitzen

Viele Menschen leiden unter einer übersteigerten Schweißbildung, insbesondere in den Achselhöhlen und an den Händen oder Füßen. In Deutschland sind es schätzungsweise 1-2% der Bevölkerung, die von Hyperhidrose (griechisch: hyper = zu viel, hidros = Schweiß) insbesondere im Achselbereich betroffen sind. Der Körper produziert unabhängig von Wärme oder Kälte, Tages- oder Jahreszeit übermäßig und unkontrollierbar viel Schweiß, dies wird über das vegetative Nervensystem reguliert. Während das normale Schwitzen eine natürliche und wichtige Körperfunktion darstellt, schränkt das übermäßige Schwitzen die Lebensqualität der betroffenen Personen oft stark ein. Nicht selten fühlen sie sich gehemmt und vermeiden körperliche Nähe, was soziale Kontakte erschwert.

Was bei übermäßigem Schwitzen helfen kann

Um die Menschen von diesem unangenehmen Leiden zu befreien, hat man noch vor einigen Jahren das ganze Areal mit Schweißdrüsen komplett entfernt. An den Achseln blieben nach dem großen Schnitt deutlich sichtbare Narben zurück. Seit einiger Zeit haben sich sanftere Methoden durchgesetzt, diese wollen wir hier vorstellen.

Gute Erfahrungen hat man im Bereich der Achselhöhlen mit Botulinumtoxin gemacht. Lokal unter die Haut gespritzt, lässt sich die Schweißproduktion sehr wirkungsvoll reduzieren. Ähnlich wie bei der Faltenbehandlung, wirkt das Mittel auch auf die Schweißdrüsen: die Reizübertragung wird gehemmt, so dass monatelang keine Schweißbildung mehr möglich ist.

Schweißdrüsenabsaugung durch feine Kanüle

Da dies aber immer nur für eine gewisse Zeit Linderung bringt, finden letztlich viele der Leidgeplagten den Weg zum Plastischen Chirurgen. der Eingriff basiert auf der gleichen Behandlungstechnik wie die Fettabsaugung. Ähnlich feine Sonden wie bei der Liposuction werden auch zur Absaugung der Schweißdrüsen eingesetzt. Diese Behandlung ist dauerhaft effektiv. Der Eingriff wird seit einigen Jahren sehr erfolgreich durchgeführt. Er eignet sich ausschließlich für die Behandlung der Hyperhidrosis in den Achselhöhlen.

Behandlungsverlauf

Bei der ambulanten Operation werden die betroffenen Schweißdrüsen und das Gewebe in den Achseln durch die spezielle Anästhesielösung aufgeweicht und nach einer Einwirkzeit abgesaugt. Nur zwei winzige Schnitte oberhalb und unterhalb der Achselhöhle sind als Zugang zum OP-Gebiet notwendig. Über 95% der Patienten sind nach der Operation nahezu beschwerdefrei. Nach der Absaugung wird ein Kompressionsrucksackverband angelegt, welcher einige Tage nach der OP unter der normalen Kleidung getragen werden sollte. Dieses ermöglicht eine sehr schnelle Wiedereingliederung ins normale Leben. Nach einer erfolgreichen Schweißdrüsenoperation kann man endlich wieder die Kleidung tragen, die man mag, ohne sich über die Ausbreitung der feuchten Flecken Gedanken zu machen.

Was Sie sonst über noch über die OP wissen sollten

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und dauert ca. 1 Std.

Die Hautschnitte werden durch jeweils eine Naht verschlossen. Anschließend wird ein Druckverband mit Flächenpflastern angelegt, der für 5 Tage verbleibt. Nach 8-10 Tagen werden die Fäden entfernt.

Risiken

Kein operativer Eingriff ist ohne Risiken, bei dieser minimal-invasiven Vorgehensweise sind diese allerdings gering. Möglich sind Bluterguss, Nachblutung, Verhärtungen oder vorübergehendes Taubheitsgefühl in der Achselhöhle. Äußerst selten sind Vernarbungen oder Gewebsverluste.

Sie sollten sich 1-2 Tage schonen und möglichst nicht zur Arbeit gehen müssen, anschließend sind wieder alle Bewegungen erlaubt. Sport sollte nach 2 Wochen wieder vorsichtig ausgeübt werden. Schweißdrüsen können nicht nachwachsen, der Erfolg ist somit dauerhaft.

Zumeist schließt sich ein eintägiger stationärer Aufenthalt in der Sophienklinik an. Über das für Sie geeignete Narkoseverfahren sowie die damit verbundenen Risiken klärt Sie gern das Narkoseteam auf.
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